Die Hundebox – 10 Fehler, die Du vermeiden solltest!
1. Hund zur Strafe in die Box sperren.
2. Hund mit Gewalt in die Box setzen
3. Box nicht abdecken
4. Boxtür verschließen, bevor dies geübt wurde
5. Welpen in Textil- oder Holzbox
6. Standort strategisch günstig wählen
7. Standort zu warm/kalt/ Zugluft/Staub/ Lärm
8. Box zu klein/zu groß
9. Box öffnen, wenn der Hund randaliert
10. Hund länger ohne Wasser lassen
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1. Hund zur Strafe in die Box sperren
- Die Box ist kein Gefängnis und keine Strafecke. Sie soll der absolute Lieblingsplatz Deines Hundes sein, daher sollte sie so wenig wie möglich mit negativen Emotionen verknüpft sein. Der Hund soll die Box jederzeit gerne und freiwillig aufsuchen und besonders angenehme Erfahrungen darin machen, wie z.B. dort ungestört von Kindern und Katzen schlafen zu können, die Super-Kauartikel nur dort bekommen u.s.w.
Du solltest gut abwägen, wann und wie lange Du die Box mal verschließt und dies dann in einer freundlichen Stimmung tun.
2. Hund mit Gewalt in die Box setzen
- Boxentraining braucht seine Zeit und sollte Schritt für Schritt durchgeführt werden. Entscheidend ist dabei u.a., dass der Hund selbst entscheidet, in die Box zu gehen um dann festzustellen, dass es dort ganz toll ist. Gib ihm also gute Gründe, unbedingt in die Box hineinzuwollen. Aber versuch niemals, etwas zu erzwingen, Du könntest dem Hund die Box damit für immer verleiden.
3. Box nicht abdecken
Die Box soll das Prinzip Höhle nachbilden. Das Wesentliche an einer Höhle ist, dass sie von allen Seiten und von oben Schutz bietet. In einer optisch offenen Box liegt der Hund ungeschützt wie auf einem Präsentierteller, kann aber nicht ohne weiteres weg. Das ist eher unanangenehm und verunsichert den Hund mehr, als dass er sich geschützt fühlt. Sofern die Box nicht selbst optisch rundum zu ist, wie es bei Kunststoffkennels und Textilboxen der Fall ist, decke sie mit einer Decke oder einem passenden Überzug ab. Bei Gitterboxen ist dies immer notwendig.
4. Boxtür verschließen, bevor dies geübt wurde
Ich kennen die Situation zu gut: Dein Hund geht bereits gerne in die Box, nur das Verschließen habt ihr noch nicht geübt. Nun kommt unerwartet ein Besucher/ Du musst mal ganz kurz vor die Tür oder, oder oder. Ach was solls, denkst Du, der Hund liegt ja gerade ganz entspannt in der Box, dann mach ich sie zur Sicherheit mal kurz zu. Fataler Fehler! Denn Dein Hund wird ja gleich einen guten Grund haben, aus der Box herauszuwollen, und wird dann feststellen, dass es nicht geht. Und Du wirst dann gerade abgelenkt oder kurz weg sein. Lass Dich nicht dazu hinreißen, die Box zu verschließen, bevor Du diesen Schritt geübt hast! Ich habe diesen Fehler bei einem meiner früheren Hunde gemacht. Sie ging ihr Leben lang gerne in die Box, aber das Verschließen ist bei ihr immer ein Problem geblieben. Führe das Boxtraining bitte Schritt für Schritt durch. Der Schritt „Verschließen der Tür“ ist ein kritischer Punkt, bei dem man strategisch geschickt vorgehen und nichts überstürzen sollte.
Für die oben genannte Situation kann ich Dir Türgitter / Treppengitter für Kinder empfehlen, sie erleichtern den Alltag mit Hund enorm.
5. Welpen in Textil- oder Holzbox unterbringen
Es gibt eine große Auswahl unterschiedlichster Boxtypen, jede hat ihre Berechtigung und ihren spezifischen Einsatzzweck. Die erste Box für Deinen Welpen sollte verschiedene Kriterien erfüllen, das wichtigste Kriterium ist: Sie muss zerstörungsresistent sein! Welpen haben ein großes Bedürfnis zu kauen und testen sämtliche Gegenstände und Materialien auf Fressbarkeit oder Zerstörbarkeit. Ein Welpe der dösend in seiner Box liegt, mit dem Kopf auf dem Reißverschluss der Textilbox wird unweigerlich austesten, ob dieser Reißverschluss vielleicht fressbar ist. Selbst wenn er nur 1-2 Zähnchen des Reißverschlusses zerkaut: die Box ist dann nicht mehr verschließbar und damit unbrauchbar.
Ähnliches gilt für womöglich liebevoll selbst gezimmerte Holzboxen: Dein Welpe wird sie als riesigen Kauartikel betrachten und sie wird bald sehr mitgenommen aussehen.
Ein zweiter Punkt spricht deutlich gegen eine Textilbox als erste Box: Da sie so leicht ist, können Hunde mit einiger Experimentierfreude recht schnell mit dieser Box „wandern“, auch wenn sie verschlossen ist. Sie steigen dazu gegen eine Wand und bringen die Box zum Kippen und rollen.
Textil- oder Holzboxen sind eine gute Wahl für Hunde, die das Boxentraining bereits erfolgreich absolviert haben und aus der Kau-Phase heraus sind (ab ca. 1 Jahr). Für Welpen bitte nur Gitterboxen oder Kunststoffkennels.
6. Standort strategisch günstig wählen
Ein Standort, von welchem aus Dein Hund alle Bewegungen und Aktivitäten im Haus gut im Blick hat, ist kein guter Ruheort für Deinen Hund. Aus erzieherischen Gründen hat es auch Vorteile, wenn Dein Hund lernt, dass sein Heim und sein Rudel auch dann sicher sind, wenn er nicht ständig aufpasst. Stelle die Box /die Boxen im Haus so auf, dass Dein Hund in Deiner Nähe sein kann, aber mit der Boxtüröffnung weg von der Zimmertür/der Terrassentür/dem Flur. Dasselbe gilt für die Box im Büro: Dein Hund sollte Dich sehen können aber keine direkte Sicht auf den Büro-Türbereich haben.
7. Standort zu warm/kalt/ Zugluft/Staub/ Lärm
Dein Hund soll sich auch über längere Zeiträume in der Box wohlfühlen. Achte also bei der Standortwahl darauf, dass der Hund auf Dauer weder auskühlt noch zu stark erhitzt. Direkt neben der Heizung oder dem Kaminofen ist also kein guter Standort, ebenso neben der Terrassentür oder an Orten mit Zugluft.
Gegen Zugluft in Bodennähe oder Bodenkälte hilft es manchmal schon, die Box leicht erhöht aufzustellen, z.B. auf eine Euro-Palette. Besonders wärmeempfindlichen Hunden hilft eine Erhöhung auch, wenn Du eine Fußbodenheizung hast.
Im Auto kann es schnell passieren, dass es je nach Außentemperatur entweder zu warm oder zu kalt wird. Lass den Hund also nie lange im stehenden Auto.
Kühlmatten für den Sommer oder spezielle Boxen-Heizkissen und eine besonders wärmende Boxabdeckung für den Winter können ein wenig Temperatur-Ausgleich schaffen.
Selbstverständlich sollte am Boxstandort auch Frischluftzufuhr vorhanden sein und keine übermäßige Staub-oder Lärmbelastung (relevant z.B. wenn Du den Hund zur Arbeit mitnimst).
8. Box zu klein/zu groß
Wie schon erwähnt, sollte die Box das Höhlenprinzip nachahmen. In einer Wurf- Höhle ist es eher kuschelig eng als weitläufig. Viele Hundebesitzer wollen es besonders gut machen und kaufen eine extra-große Box. Gerade Welpen fühlen sich darin aber eher verloren als geborgen. Die Auto-Box sollte auch nicht zu groß sein, damit Dein Hund bei einem rasanten Fahrmanöver oder Unfall nicht zu weit geschleudert werden kann. Eine Box fürs Büro, in der sich Dein erwachsener Hund mehrere Stunden am Tag wohlfühlen soll, kann dagegen eher großzügig ausfallen, genauso wie die Box zu Hause für tagsüber. Hier findest Du Tipps für die richtige Boxgröße.
9. Box öffnen, wenn der Hund randaliert
Im Zuge des Boxentrainings gelangst Du auch an den Punkt, wo Dein Hund feststellt, dass er eigentlich gerne aus der Box raus möchte, es aber nicht kann, weil die Tür verschlossen ist. Wenn Du diesen Schritt gut vorbereitet hast, Dein Hund also die Box als sicheren und angenehmen Ort kennengelernt hat, er weder dringende Geschäfte erledigen noch an Bewegungsmangel, Hunger oder Durst leidet (für all dies hast Du gesorgt), dann ist es reiner Protest und ein Ausprobieren, wenn Dein Hund bellt, winselt oder an der Tür kratzt.
Du solltest dies also ignorieren und keinesfalls die Box öffnen. Warte stattdessen den Moment ab, in dem er sich ruhig verhält und öffne genau dann die Box kommentarlos und unspektakulär. So lernt Dein Hund dass Randale sich nicht lohnt, ruhiges Abwarten aber schon.
10. In Der Box länger ohne Wasser lassen
Wenn Dein Hund sein Futter bekommen, anschließend noch einen Kauartikel gekaut hat, und dann in der Box eingeschlafen ist, wird er irgendwann Durst bekommen. Sorge also dafür, dass er Wasser zur Verfügung hat. Du kannst es ihm entweder persönlich in der Box anbieten, so dass er sie gar nicht verlassen muss, oder sogar einen geeigneten Wassernapf in der Box anbringen. Denn Durst wäre ein plausibler Grund, warum Dein Hund aus der Box heraus will und es wäre nicht fair, ihn in der Box dursten zu lassen.
Besonders im Auto im Sommer denke immer daran, Deinem Hund genügend Wasser anzubieten.
Wenn Du diese 10 Fehler im Umgang mit der Hundebox vermeidest, kannst Du eigentlich nicht mehr viel falsch machen!
Hier findest Du nochmal eine ausführliche Anleitung für die Boxgewöhnung,
